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biztalk-checkmk-pulse/Dokumentation.md
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25 KiB

Technische Dokumentation: BizTalk Checkmk Pulse

1. Ziel und Randbedingungen

Die Anwendung ueberwacht BizTalk Server 2020 auf Windows Server 2019 mit Checkmk 2.4. Pro Umgebung (ACC, DEV, TST, PRD) wird lokal auf dem BizTalk-Server gesammelt. Das Checkmk-MSSQL-Plugin bleibt fuer die allgemeine SQL-Ueberwachung zustaendig; BizTalk Checkmk Pulse liefert die BizTalk-spezifische Laufzeit- und Berechtigungssicht.

Verbindliche Randbedingungen:

  • Der Checkmk Windows Agent bleibt LocalSystem.
  • LocalSystem erhaelt keine BizTalk-/SQL-Gruppenmitgliedschaft.
  • Ein normales dediziertes AD-Servicekonto sammelt minuetlich.
  • Der Agentpfad fuehrt niemals WMI- oder SQL-Abfragen aus.
  • Fehler muessen als gueltige Checkmk-UNKNOWN-Services sichtbar werden.
  • Schreiben und Lesen duerfen nie einen halben Snapshot exponieren.
  • Laufzeitcode benoetigt keine PowerShell und keine BizTalk-DLL-Referenz.
  • Installation, ACL und Scheduled Task muessen reproduzierbar sein.

2. Ausloeser der Architekturanderung

Der ACC-Agent-Dump vom 29.07.2026 bewies:

Lokaler Prozess: NT AUTHORITY\SYSTEM
Netzwerkprincipal: BEW\AV23AGPWBIO1$
Providerfehler: COMException 0x80131904
Innerer Fehler: Login failed for user 'BEW\AV23AGPWBIO1$'

Lokales root\MicrosoftBizTalkServer war erreichbar. Die datenbankgestuetzten BizTalk-WMI-Klassen scheiterten erst beim Zugriff des Providers auf den getrennten SQL Server. DCOM-, Firewall- oder pauschale WMI-ACL-Aenderungen beheben diesen Befund nicht.

Eine Berechtigung des Maschinenkontos haette die Netzwerkrolle allen LocalSystem-Diensten des BizTalk-Servers vermittelt. Die jetzt implementierte Producer/Consumer-Trennung beschraenkt sie stattdessen auf ein dediziertes Konto.

3. Architektur

                       Privilegierte Zone
┌──────────────────────────────────────────────────────────────┐
│ Task Scheduler: "BizTalk Checkmk Pulse Provider"             │
│ Konto: DOMAIN\svc_biztalk_cmk (RunLevel Limited)             │
│ Intervall: 1 Minute, IgnoreNew, Laufzeitlimit 5 Minuten       │
│                                                              │
│ BizTalkCheckmkPulse.exe --collect                             │
│   ├─ WMI root\MicrosoftBizTalkServer                         │
│   ├─ integrierter SQL-Test an MgmtDb/MsgBoxDb                │
│   ├─ lokales Windows Application Event Log                   │
│   ├─ Checkmk-Formatierung                                    │
│   └─ atomare Snapshot-Publikation + Provider-Log             │
└──────────────────────────────┬───────────────────────────────┘
                               │ Datei/ACL
                               v
 %ProgramData%\BizTalkCheckmkPulse\data\biztalk-checkmk-pulse.snapshot
                               │
                               v
┌──────────────────────────────────────────────────────────────┐
│ Unprivilegierter Transportpfad                               │
│ Checkmk-Agent (LocalSystem)                                  │
│   └─ local\biztalk_checkmk_pulse.cmd                         │
│       └─ BizTalkCheckmkPulse.exe --consume                   │
│           ├─ Format/Alter/Maschine/SHA-256 validieren        │
│           └─ Payload unveraendert nach STDOUT                │
└──────────────────────────────────────────────────────────────┘

Eine gemeinsame EXE implementiert beide Modi. Das reduziert Versionsabweichungen. Die zentrale Config unter %ProgramFiles% gilt fuer Provider und Consumer.

3.1 Provider-Modus

Aufruf:

"%ProgramFiles%\BizTalkCheckmkPulse\BizTalkCheckmkPulse.exe" --collect

Ablauf:

  1. Config laden und absolute Runtimepfade validieren.
  2. Tageslogs gemaess LogRetentionDays bereinigen.
  3. exklusives Handle auf <SnapshotPath>.provider.lock halten.
  4. WMI-, SQL- und Event-Log-Probes ausfuehren.
  5. neun stabile und optionale dynamische Checkmk-Zeilen formatieren.
  6. Snapshot in einer eindeutigen Temporaerdatei desselben Verzeichnisses schreiben.
  7. Flush(true) ausfuehren und Temporaerdatei atomar publizieren.
  8. Laufzeit, Zeilen- und Diagnosezahl loggen.

Exitcodes:

Code Bedeutung
0 Sammlung und Snapshot-Publikation erfolgreich.
1 unerwarteter Providerfehler; aktueller UNKNOWN-Snapshot wird versucht.
2 Parallelstart oder Snapshot-I/O-Fehler.

Fachliche WMI-/SQL-Fehler werden strukturiert in den Snapshot geschrieben und muessen nicht zwingend einen Prozessfehler verursachen. So bleibt die genaue Fehlerkategorie in Checkmk sichtbar.

3.2 Consumer-Modus

Aufruf:

"%ProgramFiles%\BizTalkCheckmkPulse\BizTalkCheckmkPulse.exe" --consume

Ohne Modusargument ist --consume der sichere Default. Der Checkmk-Wrapper setzt es trotzdem explizit.

Der Consumer:

  • oeffnet nur den Snapshot,
  • begrenzt die Dateigroesse vor dem Einlesen,
  • validiert striktes UTF-8,
  • validiert Formatversion und Header,
  • fordert die lokale Maschinenkennung,
  • berechnet SHA-256 ueber den exakten Payload,
  • prueft Zeilenanzahl und Checkmk-Zeilenform,
  • verwirft Zeitstempel mehr als fuenf Minuten in der Zukunft,
  • verwirft Snapshots nach SnapshotMaxAgeSeconds,
  • gibt bei Erfolg ausschliesslich den validierten Payload aus.

Er gibt immer Exitcode 0 zurueck, damit ein Fehler die komplette Checkmk-Agentsektion nicht zerstoert. Jede Ablehnung erzeugt neun UNKNOWN-Zeilen und einen Eintrag im Consumer-Log.

4. Snapshot-Vertrag

Version 2:

BIZTALK_CHECKMK_PULSE_SNAPSHOT_V2
generatedUtc=2026-07-30T12:34:56.1234567Z
machineBase64=QVYyM0FHUFdCSU8x
identityBase64=QkVXXHN2Y19iaXp0YWxrX2NtayQ=
payloadLines=8
payloadSha256=<64 hex characters>

0 "BizTalk Platform" - ...
...

Maschine und Identitaet sind Base64-kodiert, um Zeilenumbrueche und Trennzeichen im Header auszuschliessen. Base64 ist hier keine Verschluesselung. Die SHA-256-Pruefung schuetzt vor unbemerkter Teil-/Fehlschreibung, nicht vor einem lokalen Administrator.

4.1 Atomare Publikation

Die Temporaerdatei liegt zwingend im Snapshotverzeichnis. Dadurch findet der Ersatz auf demselben Volume statt. Existiert bereits ein Snapshot, wird File.Replace verwendet; beim ersten Lauf File.Move. Bis zum erfolgreichen Ersatz bleibt der letzte vollstaendige Snapshot erhalten. Seine Alterspruefung verhindert unbegrenztes Weiterreichen alter Daten.

4.2 Keine direkte Checkmk-Spooldatei

Checkmk kann zwar Dateien aus seinem Spoolverzeichnis direkt anhaengen, prueft deren Inhalt aber laut eigener Dokumentation nicht. Ein fehlerhafter Spool kann nachfolgende Agentsektionen beeinflussen. Deshalb liegt der Provider-Snapshot in einem eigenen Verzeichnis und wird erst durch den validierenden Consumer in die Local-Check-Ausgabe uebernommen.

5. Datenquellen

5.1 BizTalk WMI

Namespace:

root\MicrosoftBizTalkServer

Pflichtklassen:

Klasse Zweck
MSBTS_GroupSetting Gruppe, Read-Only-/Operator-Gruppe, Management- und Master-MessageBox-Ziel.
MSBTS_HostInstance lokale Host-Instance-Zustaende.
MSBTS_ServiceInstance suspendierte Instanzen.
MSBTS_ReceiveLocation Receive-Location-Zustaende.
MSBTS_SendPort Send-Port-Zustaende.
MSBTS_Orchestration Orchestration-Zustaende.

MSBTS_GroupSetting wird mit den dokumentierten Properties MgmtDbServerName, MgmtDbName, SubscriptionDBServerName, SubscriptionDBName, BizTalkReadOnlyUserGroup und BizTalkOperatorGroup gelesen. Eine nicht dokumentierte MSBTS_MessageBoxSetting-Klasse wird nicht abgefragt.

Hostnamen werden clientseitig verglichen. Sonderzeichen und FQDN-/Kurzname gelangen nicht in dynamisch erzeugte WQL-Filter.

MSBTS_ServiceInstance wird fuer ServiceStatus=4 (resumable), ServiceStatus=32 (non-resumable) und ServiceClass=64 abgefragt. ServiceClass=64 kennzeichnet Routing Failure Reports. Sie werden als eigene Metrik ausgewiesen und zugleich in suspended_nonresumable mitgezaehlt.

5.2 Kompaktes Checkmk-Servicebild

Die alte Sammelzeile BizTalk Runtime Artifacts wurde durch drei kurze Services ersetzt. Insgesamt entstehen neun stabile Services:

  1. BizTalk Platform
  2. BizTalk SQL Access
  3. BizTalk Suspended Instances
  4. BizTalk Host Instances
  5. BizTalk Receive Locations
  6. BizTalk Send Ports
  7. BizTalk Endpoint Reachability
  8. BizTalk Orchestrations
  9. BizTalk Event Log

Receive Locations und Send Ports alarmieren nur fuer unerwartete Aus-Zustaende. Fachlich bewusst deaktivierte Namen werden exakt, ohne Wildcards, in ExpectedDisabledReceiveLocations beziehungsweise ExpectedInactiveSendPorts hinterlegt. Ein Eintrag ist entweder nur der Name oder Anwendung\Name.

Pro Summary werden maximal MaxSummaryItems Treffer angezeigt. Weitere Artefakte werden als (+n more) zusammengefasst. MaxDetailCharacters begrenzt jede Detailausgabe, damit Checkmk-Ansichten kompakt bleiben, waehrend alle numerischen Metriken vollstaendig erhalten bleiben.

5.3 Endpoint-Discovery und Netzwerkprobe

Die Endpoint-Funktion erweitert keine WMI-Klassenmenge. Aus den ohnehin minuetlich abgefragten Instanzen werden nur dokumentierte Properties gelesen:

WMI-Klasse Properties
MSBTS_SendPort Status, IsDynamic, PTAddress, STAddress, PTTransportType, STTransportType
MSBTS_ReceiveLocation IsDisabled, InboundTransportURL, AdapterName

Nur Status=Started beziehungsweise IsDisabled=false wird geprueft. Inaktive Artefakte bleiben aus der Probe ausgeschlossen, auch wenn sie noch im Katalog stehen. Dynamische Send Ports, lokale Dateipfade, SMTP-Empfaengerlisten und Named Pipes werden nicht als externe Host/Port-Ziele behandelt.

Der lokale Katalog %ProgramData%\BizTalkCheckmkPulse\data\endpoints.xml wird beim ersten erfolgreichen Lauf erzeugt und danach standardmaessig alle 168 Stunden atomar abgeglichen. Er enthaelt keine vollstaendigen URIs, Querystrings, Benutzernamen oder Kennwoerter, sondern nur Artefaktbezug, Adapter, Host, Port und TCP/UDP. Automatisch erzeugte Eintraege tragen autoDiscovered="true". Ein bewusst manueller Override wird mit autoDiscovered="false" markiert und beim Wochenabgleich erhalten; sein key muss dem Artefakteintrag entsprechen. Eigenstaendige manuelle Ziele verwenden artifactType="Manual".

HTTP(S), SFTP, FTP, UNC/SMB, WCF und net.tcp werden ausschliesslich per TCP-Connect geprueft. Es findet kein fachlicher Request und keine Anmeldung statt. Explizite udp://host:port-Eintraege senden ein einzelnes Datagramm; das bestaetigt DNS, Route und lokalen Versand, kann ohne applikationsspezifisches Antwortprotokoll aber keinen entfernten Dienstzustand beweisen. Gemeinsame Host/Port-Ziele werden dedupliziert und mit begrenzter Parallelitaet getestet.

Der Checkmk-Service nennt im OK-Fall nur die Gesamtzahl. Bei Ausfaellen werden ausschliesslich die nicht erreichbaren Artefakte in unavailable= angezeigt; MaxSummaryItems und MaxDetailCharacters begrenzen die Darstellung. Alle Einzelfehler bleiben vollstaendig im Provider-Log.

5.4 SQL-Zugriffsprobe

Der Provider oeffnet fuer Management- und Master-MessageBox-Datenbank eine kurze System.Data.SqlClient-Verbindung mit integrierter Windows-Authentifizierung, fuehrt SELECT 1 aus und schliesst sie. Keine BizTalk-Tabelle wird direkt gelesen oder veraendert.

Die Ausgabe execution_identity= zeigt deshalb das Provider-Konto, nicht mehr NT AUTHORITY\SYSTEM. Der Check beweist, dass genau das Scheduled-Task-Konto die Ziele erreichen kann.

5.5 Event Log

Der Provider liest das lokale Application Log im konfigurierten Zeitfenster und filtert Quellen wie BizTalk Server, XLANG/s, ENTSSO, BizTalk Server Application und BizTalk Server EDI.

6. Berechtigungsmodell

6.1 Bevorzugte BizTalk-Rolle

BizTalk Server 2020 fuehrte die BizTalk Server Read Only Users-Gruppe ein. Sie darf Artefakte, Servicezustand, Message Flow und Trackinginformationen lesen, aber keine administrativen Operationen ausfuehren. SQL-seitig wird sie ueber BTS_READONLY_USERS vermittelt.

Soll:

DOMAIN\svc_biztalk_cmk$
  -> konfigurierte BizTalk Server Read Only Users-Domaingruppe
  -> vorhandener Windows-Gruppenlogin am SQL Server
  -> BTS_READONLY_USERS in den von BizTalk konfigurierten Datenbanken

Die genaue Gruppe ist aus MSBTS_GroupSetting.BizTalkReadOnlyUserGroup beziehungsweise der BizTalk-Administration zu lesen. Nicht vom Standardnamen ausgehen.

Die Operator-Gruppe (BTS_OPERATORS) wird erst geprueft, wenn eine konkret benannte erforderliche WMI-Klasse trotz nachgewiesener Read-Only-Konfiguration und neuem Anmeldetoken abgewiesen wird. Die Erweiterung muss mit Security, BizTalk- und SQL-Administration begruendet werden.

Unzulaessig:

  • Checkmk-Dienstkonto aendern,
  • Maschinenkonto pauschal berechtigen,
  • individueller SQL-Login fuer das Provider-Konto,
  • direkte ad-hoc DB-Rollen,
  • db_owner oder sysadmin,
  • WMI-/DCOM-Vollzugriff als Reaktion auf einen SQL-Loginfehler.

6.2 Dateisystem-ACL

Der Installer entfernt die Vererbung an den Runtimeverzeichnissen und setzt explizite Eintraege mit sprachneutralen Well-known-SIDs:

Ziel Collector SYSTEM lokale Administratoren
Runtime-Root RX RX F
data Modify RX F
logs Modify Modify F

LocalSystem kann deshalb den Snapshot lesen, aber im Datenverzeichnis nicht schreiben. Schreibrecht im Logverzeichnis wird benoetigt, um abgelehnte Snapshots aus dem Consumer-Kontext zu protokollieren.

7. Scheduled Task

Name:

BizTalk Checkmk Pulse Provider

Sollkonfiguration:

Einstellung Wert
Trigger einmalig, Wiederholung jede Minute ohne Enddatum
Programm %ProgramFiles%\BizTalkCheckmkPulse\BizTalkCheckmkPulse.exe
Argument --collect
Arbeitsverzeichnis %ProgramFiles%\BizTalkCheckmkPulse
Benutzer normales dediziertes AD-Servicekonto
Run level Limited; keine lokale Administratorrolle erforderlich
Mehrfachinstanzen IgnoreNew
Laufzeitlimit 5 Minuten
StartWhenAvailable aktiv
Restart zweimal im Minutenabstand

Der Task wird mit gespeichertem Dienstkontokennwort ausgefuehrt, also unabhaengig von einer interaktiven Anmeldung. Bei Kennwortwechsel oder -ablauf muss das Task-Kennwort aktualisiert werden. Ein gMSA ist weiterhin optional unterstuetzt, aber nicht die produktive Standardannahme.

8. Installation

8.1 Build

scripts\test-release.cmd
scripts\package-release.cmd

8.2 Normales Servicekonto

.\Install-BizTalkCheckmkPulse.ps1 `
    -CollectorAccount 'BEW\svc_biztalk_cmk' `
    -EnvironmentName ACC

Der Installer muss als lokaler Administrator laufen. Er vergibt keine AD-/BizTalk-/SQL-Rechte; diese bleiben getrennte administrative Freigaben.

Der installierte Task selbst laeuft mit RunLevel Limited. Der Installer fragt das Kennwort mit Get-Credential ab; es wird nicht in Config oder Log geschrieben. Das Konto benoetigt Log on as a batch job.

8.3 Optionales gMSA

.\Install-BizTalkCheckmkPulse.ps1 `
    -CollectorAccount 'BEW\svc_biztalk_cmk$' `
    -Gmsa `
    -EnvironmentName ACC

8.4 Checkmk

Der installierte Wrapper liegt unter:

%ProgramData%\checkmk\agent\local\biztalk_checkmk_pulse.cmd

Der Agent darf den Consumer synchron ausfuehren. Er liest nur maximal 1 MiB lokale Daten; ein Checkmk-Async-Cache ist daher nicht notwendig. Falls alte check_mk.user.yml-Regeln fuer den bisherigen 300-Sekunden-Cache existieren, sollten sie entfernt werden, damit Checkmk den minuetlich aktualisierten Snapshot nicht zusaetzlich verzoegert.

Nach dem Agent-Dump:

  1. Service Discovery fuer den BizTalk-Host ausfuehren.
  2. neun stabile Services aufnehmen; den alten Service BizTalk Runtime Artifacts nach erfolgreicher Discovery entfernen.
  3. Changes aktivieren.
  4. Views/Benachrichtigungen nach Umgebung konfigurieren.

9. Logging

Pfad:

%ProgramData%\BizTalkCheckmkPulse\logs\
  biztalk-checkmk-pulse-YYYYMMDD.log

Jede Zeile enthaelt UTC-Zeit, Level, Komponente, PID, Windows-Identitaet und einzeilige Nachricht. Provider-Erfolge werden pro Lauf geloggt; der Consumer loggt nur abgelehnte Snapshots. Exceptions werden mit Typ, Nachricht, HRESULT-/Providerdetails und Stacktrace einzeilig gespeichert.

Der erfolgreiche Abschluss nennt Suspensions, Routing Failure Reports, Receive-Location-/Send-Port-Zahlen und Laufzeit. Jede strukturierte WMI-/SQL-/Event-Log-Diagnose wird zusaetzlich als eigene WARN-Zeile protokolliert und bleibt damit auch ausserhalb der gekuerzten Checkmk-Summary vollstaendig nachvollziehbar.

Logging ist best effort: Ein blockiertes Log darf Checkmk-Ausgabe oder Snapshot-Publikation nicht zerstoeren. Der Provider entfernt beim Start Dateien aelter als LogRetentionDays.

10. Diagnose und Runbook

10.1 Grundpruefung

Get-ScheduledTaskInfo -TaskName 'BizTalk Checkmk Pulse Provider'
Get-Item "$env:ProgramData\BizTalkCheckmkPulse\data\biztalk-checkmk-pulse.snapshot"
Get-Content "$env:ProgramData\BizTalkCheckmkPulse\logs\*.log" -Tail 100
& "$env:ProgramFiles\BizTalkCheckmkPulse\BizTalkCheckmkPulse.exe" --consume
& "C:\Program Files (x86)\checkmk\service\cmk-agent-ctl.exe" dump

10.2 Kein Snapshot

Pruefen:

  1. Task existiert und ist aktiviert.
  2. LastTaskResult und Provider-Log.
  3. Dienstkonto kann sich als Batch anmelden.
  4. gespeichertes Task-Kennwort ist nach Rotation/Ablauf noch gueltig.
  5. Provider besitzt Modify auf data und logs.
  6. EXE/Config sind ausfuehrbar.

10.3 Staler Snapshot

Der Consumer nennt Alter und Grenzwert. Ursachen:

  • Task deaktiviert oder Konto/Kennwort ungueltig,
  • vorheriger Lauf haengt,
  • WMI-/SQL-Timeouts,
  • Task Scheduler lief waehrend Wartung nicht,
  • Snapshot-Publikation wird durch AV/EDR oder ACL blockiert.

Nicht einfach SnapshotMaxAgeSeconds stark erhoehen. Zuerst den minuetlichen Lauf wiederherstellen. Bei geplanten Wartungen darf Checkmk bewusst UNKNOWN anzeigen.

10.4 SHA-256-/Formatfehler

Snapshot nicht reparieren oder direkt an Checkmk kopieren. Task neu starten, Datentraeger und AV/EDR pruefen. Wiederholt sich der Fehler, Temporaerdateien, NTFS-Ereignisse und Schreibrechte untersuchen.

10.5 BizTalk-/SQL-Permission

  1. Log zeigt execution_identity des Providers.
  2. BizTalkReadOnlyUserGroup gegen BizTalk-Konfiguration abgleichen.
  3. AD-Gruppenmitgliedschaft des Provider-Kontos pruefen.
  4. neuen Logontoken durch neuen Tasklauf sicherstellen.
  5. SQL-seitig Gruppenlogin und BTS_READONLY_USERS read-only pruefen.
  6. keine Einzelrechte erteilen.
  7. Nur wenn eine spezifische Klasse weiter abgewiesen wird, Read-Only-Umfang mit Microsoft-Dokumentation und BizTalk-Betrieb abgleichen; Operator-Rolle ist eine bewusste Eskalation.

10.6 WMI-Schema

InvalidClass oder InvalidQuery wird als Wmi/Schema klassifiziert. Berechtigungserhoehung kann eine nicht vorhandene Klasse nicht erzeugen. Installierte BizTalk-Version, WQL und Properties pruefen.

11. Konfiguration

Alle AppSettings befinden sich in:

%ProgramFiles%\BizTalkCheckmkPulse\BizTalkCheckmkPulse.exe.config

Runtime:

Key Default Bereich
SnapshotPath %ProgramData%\BizTalkCheckmkPulse\data\... absolut
SnapshotMaxAgeSeconds 180 60 bis 86400
SnapshotMaxBytes 1048576 4096 bis 16777216
LogDirectory %ProgramData%\BizTalkCheckmkPulse\logs absolut
LogRetentionDays 30 1 bis 365
EndpointCatalogPath %ProgramData%\BizTalkCheckmkPulse\data\endpoints.xml absolut
EndpointCatalogMaxBytes 1048576 4096 bis 16777216

BizTalk-Probes:

Key Default
Server .
QueryTimeoutSeconds 25
ProbeSqlConnectivity true
SqlConnectionTimeoutSeconds 5
ProbeEventLog true
EventLogLookbackMinutes 60
ProbeEndpointConnectivity true
EndpointDiscoveryIntervalHours 168
EndpointProbeTimeoutMilliseconds 3000
EndpointProbeMaxConcurrency 12
EndpointMaxCount 500

Alarmierung:

Key Default
WarnResumableThreshold 1
CritNonResumableThreshold 1
CritRoutingFailureThreshold 1
AlertOnArtifactRuntimeIssues true
ExpectedDisabledReceiveLocations leer; exakte Pipe-Liste
ExpectedInactiveSendPorts leer; exakte Pipe-Liste
AlertOnInactiveOrchestrations false
MaxSummaryItems 5
MaxDetailCharacters 1600
EmitPerApplicationSuspensionServices false
EventLogWarnThreshold 1
EventLogCritThreshold 10

12. Tests und Abnahmekriterien

Automatisiert:

  • Release-Build .NET Framework 4.7.2,
  • exakt neun Self-Test-Services,
  • unbekannte Quellen werden UNKNOWN,
  • dynamische Anwendungsservices nur bei bekannter Anwendung,
  • WMI-Queryvertrag nutzt dokumentierte Properties,
  • eingebetteter SQL-Loginfehler wird Permission,
  • abgewiesener Principal wird extrahiert,
  • Routing Failure Reports werden separat und als non-resumable gezaehlt,
  • Receive-/Send-Allowlisten trennen bewusste von unerwarteten Aus-Zustaenden,
  • ein fehlender IsDisabled-Wert wird UNKNOWN statt still als enabled,
  • betroffene Namen und Gesamtlaenge der Summary bleiben begrenzt,
  • Endpoint-Adressen werden ohne URI-Secrets auf Host/Port reduziert,
  • manuelle Endpoint-Overrides ueberleben den automatischen Wochenabgleich,
  • nur nicht erreichbare Endpoints erscheinen im Checkmk-Detail,
  • Snapshot-Roundtrip und Ersatz,
  • SHA-256-Manipulation wird verworfen,
  • Stale-Snapshot wird verworfen,
  • Consumer-Fallback enthaelt neun UNKNOWN-Services.

Windows-/ACC-Abnahme:

  1. LastTaskResult=0.
  2. Snapshot wird mindestens dreimal minuetlich aktualisiert.
  3. Provider-Log nennt das dedizierte Konto.
  4. BizTalk Platform zeigt read_only_group=.
  5. BizTalk SQL Access: targets=2, available=2.
  6. keine Permission-UNKNOWNs.
  7. Suspensionsmetriken mit der BizTalk Group Hub Page plausibilisieren, einschliesslich Routing Failure Reports.
  8. Eine bewusst deaktivierte Receive Location und einen inaktiven Send Port ueber die exakten Allowlisten als expected bestaetigen.
  9. Einen Testnamen aus der Allowlist entfernen und den erwarteten CRIT mit kurzem affected=-Detail pruefen.
  10. ACL-Test: LocalSystem kann Snapshot lesen, nicht schreiben.
  11. endpoints.xml wurde erzeugt; sie enthaelt keine vollstaendigen URIs oder Zugangsdaten und nur Started-/Enabled-Artefakte.
  12. Einen erreichbaren Testport sperren: nur Endpoint Reachability wird CRIT und nennt ausschliesslich das nicht erreichbare Ziel.
  13. Ein Artefakt stoppen/deaktivieren: es wird im naechsten Minutenlauf nicht mehr geprueft.
  14. Katalogzeit auf aelter als 168 Stunden setzen beziehungsweise Intervall testweise reduzieren: erfolgreicher atomarer Umgebungsabgleich.
  15. Task deaktivieren: nach 180 Sekunden neun stale-UNKNOWNs.
  16. Task wieder aktivieren: naechster Snapshot stellt Echtzustand her.
  17. Agent-Dump und Checkmk Service Discovery erfolgreich.

Erst nach ACC-Abnahme erfolgt der gestufte Rollout nach DEV/TST/PRD.

13. Deinstallation und Rollback

.\Uninstall-BizTalkCheckmkPulse.ps1

-KeepRuntimeData erhaelt Logs und Snapshot. Das Skript entfernt Task, Wrapper und Programmdateien, aber keine AD-Gruppenmitgliedschaft. Die Berechtigung wird separat nach Change-Verfahren entzogen.

Rollback auf die alte direkte LocalSystem-Architektur ist nicht empfohlen. Falls kurzfristig notwendig, muss Security die Maschinenkonto-Berechtigung explizit freigeben; der Checkmk-Agentdienst selbst darf nicht auf das Collector-Konto umgestellt werden.

14. Transport per certutil

Die Source-Uebergabe besteht aus ZIP plus Base64-TXT:

certutil -decode <datei>.zip.b64.txt <datei>.zip
certutil -hashfile <datei>.zip SHA256
tar -xf <datei>.zip

ZIP und Base64 werden erst nach dem Git-Commit aus genau diesem Commit erzeugt.

15. Referenzen