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Fix BizTalk catalog collection and diagnostics
2026-07-28 09:29:57 +02:00

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Technische Dokumentation: BEW BizTalk Application Catalog Phase 1

1. Ziel und Abgrenzung

Das Werkzeug bildet ausschließlich die Phase-1-Sicht BizTalk Anwendungen & Adapter ab. Das fachliche Ergebnis ist ein einblättriger ACC/PRD-Katalog mit:

  1. BizTalk-Anwendung
  2. Umgebung
  3. Adapter-Typ und Anzahl
  4. Endpunktanzahl
  5. Vorkommen in ACC
  6. Vorkommen in PRD
  7. Hinweis bei einseitigem Vorkommen

Es ist kein technisches Vollinventar. Frühere Detailbereiche zu System, SQL, Status, Ports, Orchestrierungen, Schemas, Maps, Pipelines, Assemblies, Hosts, Handlern, Abdeckung und Findings sind nicht Bestandteil der XLSX und werden nicht mehr erhoben.

2. Verteilte Erfassung

ACC und PROD besitzen jeweils einen lokalen BizTalk Server 2020. Ein Prozess auf einem Server soll die andere Umgebung nicht remote abfragen.

ACC BizTalk Server                 PROD BizTalk Server
        |                                  |
        | WMI + ExplorerOM                  | WMI + ExplorerOM
        v                                  v
  ACC JSON + lokale XLSX             PROD JSON + lokale XLSX
        \                                  /
         \                                /
          +---- Merge auf beliebigem -----+
                Windows-Rechner
                       |
                       v
             gemeinsame ACC/PRD-XLSX

Der JSON-Snapshot ist das kleine Austauschformat zwischen den getrennten Erfassungen. Er enthält weder Endpunktadressen noch Credentials.

3. Komponenten

CommandLineOptions
  +-- validiert lokalen Modus oder Merge-Modus

BizTalkWmiCollector
  +-- lokales MSBTS_GroupSetting per WMI
  +-- lädt Microsoft.BizTalk.ExplorerOM aus GAC/Installationspfad
  +-- Anwendungen und Ports per BtsCatalogExplorer

SnapshotStore
  +-- normalisiert je Anwendung Adapterzählungen
  +-- schreibt/liest DataContract-JSON
  +-- validiert Schema, Summen, Umgebung und Vollständigkeit

XlsxReportWriter
  +-- genau ein Blatt "Phase 1"
  +-- Office Open XML ohne Office-Interop
  +-- Titel, Filter, Freeze Pane und Summenzeile

4. Datenzugriff

4.1 Ursache des Fehlers Invalid class

Die ursprüngliche Implementierung führte als erste Abfrage SELECT * FROM MSBTS_Application im Namespace root\MicrosoftBizTalkServer aus. Das von BizTalk Server dokumentierte WMI-Schema enthält keine Klasse MSBTS_Application. WMI antwortet deshalb unabhängig von einer administrativ gestarteten Konsole mit Invalid class.

Auch die WMI-Portklassen bilden die fachliche Anwendungshierarchie nicht so vollständig ab, dass damit Anwendungen ohne Ports zuverlässig erfasst werden könnten. Der Fehler wird daher nicht nur abgefangen; der ungeeignete Zugriffsweg wurde ersetzt.

4.2 Lokale Gruppenermittlung per WMI

Verwendeter Namespace:

\\.\root\MicrosoftBizTalkServer

Verwendete Abfrage:

SELECT Name, MgmtDbServerName, MgmtDbName FROM MSBTS_GroupSetting

Der Punkt im Namespace erzwingt den lokalen Computer. Die Abfrage liefert den BizTalk-Gruppennamen und das Ziel der Management-Datenbank. Der konfigurierte WMI-Timeout wird angewendet. Kennwörter werden weder benötigt noch protokolliert.

4.3 Kataloglesung per Explorer Object Model

Die Assembly Microsoft.BizTalk.ExplorerOM.dll wird zur Laufzeit geladen. Dadurch bleibt das Quellprojekt auf einem Build-Rechner ohne BizTalk-Assembly kompilierbar; für den echten Inventarlauf müssen die BizTalk-Verwaltungskomponenten lokal installiert sein.

Ladestrategie:

  1. normale Typauflösung der bereits verfügbaren Assembly
  2. Laden aus dem Global Assembly Cache
  3. kompatible GAC-Auflösung ohne fest verdrahtete Assemblyversion
  4. bekannte BizTalk-Installationsverzeichnisse unter Program Files

BtsCatalogExplorer.ConnectionString verwendet ausschließlich integrierte Windows-Authentifizierung. Die Anwendung ruft weder SaveChanges noch eine andere ändernde ExplorerOM-Methode auf.

Die Eigenschaft Applications liefert auch Anwendungen ohne Ports. Pro Anwendung werden nur folgende Eigenschaften gelesen:

  • Name
  • SendPorts
  • SendPort.PrimaryTransport.TransportType.Name
  • SendPort.SecondaryTransport.TransportType.Name
  • ReceivePorts
  • ReceivePort.ReceiveLocations
  • ReceiveLocation.TransportType.Name

4.4 Receive-Endpunkte

Eine Receive Location zählt als ein Endpunkt. Der Adaptername stammt aus ReceiveLocation.TransportType.Name. Ein Receive Port ist nur ein Container und zählt selbst nicht als Endpunkt.

4.5 Send-Endpunkte

Bei einem Send Port zählt die primäre Transportkonfiguration als ein Endpunkt. Ist eine sekundäre Transportkonfiguration vorhanden, zählt sie als zusätzlicher Endpunkt.

Fehlt ein Adaptername, wird Unbekannt verwendet. Die Anwendung ist durch die Iteration innerhalb von Application.SendPorts beziehungsweise Application.ReceivePorts eindeutig vorgegeben.

5. Snapshot-Format

Das JSON enthält nur normalisierte Katalogdaten:

{
  "SchemaVersion": 1,
  "EnvironmentName": "ACC",
  "ComputerName": "BIZTALK-ACC",
  "CreatedUtc": "2026-07-27T13:00:00.0000000Z",
  "IsComplete": true,
  "Applications": [
    {
      "Name": "ExampleApplication",
      "EndpointCount": 2,
      "AdapterCounts": [
        { "AdapterType": "FILE", "Count": 1 },
        { "AdapterType": "SFTP", "Count": 1 }
      ]
    }
  ]
}

Vor einem Merge werden geprüft:

  • SchemaVersion ist 1
  • erwartete Umgebung ist exakt ACC beziehungsweise PROD
  • IsComplete ist true
  • Namen und Adaptertypen sind nicht leer
  • Zählwerte sind nicht negativ
  • Summe der Adapterzählungen entspricht EndpointCount

JSON und XLSX werden über eine temporäre Datei geschrieben und erst nach erfolgreichem Abschluss auf den endgültigen Dateinamen verschoben.

6. Merge-Regeln

Anwendungsnamen werden ohne Beachtung der Groß-/Kleinschreibung verglichen. Für die Anzeige wird bei einer gemeinsamen Anwendung bevorzugt die Schreibweise aus ACC verwendet.

Situation Umgebung ACC PRD Hinweis
in beiden vorhanden ACC + PRD leer
nur ACC nur ACC Nur in ACC vorhanden
nur PROD nur PRD Nur in PRD vorhanden nicht in ACC

Die Endpunktanzahl einer gemeinsamen Zeile ist die Summe beider Umgebungen.

Sind die Adapterzählungen identisch, erscheint nur eine kompakte Darstellung:

FILE (1x) / SFTP (1x)

Bei einer Abweichung bleiben beide Nachweise sichtbar:

ACC: FILE (2x) | PRD: FILE (1x) / SFTP (1x)

Damit wird keine Übereinstimmung suggeriert, wenn lediglich die Gesamtzahl gleich ist.

7. Excel-Aufbau

Die Arbeitsmappe enthält genau:

xl/worksheets/sheet1.xml  -> Blatt "Phase 1"

Das Blatt besteht aus:

  • Zeile 1: zusammengeführter Titel
  • Zeile 2: sieben Spaltenüberschriften
  • ab Zeile 3: alphabetisch sortierte Anwendungen
  • letzte Zeile: zusammengeführte Summenzeile

Der Filter umfasst nur Kopf- und Datenzeilen, nicht die Summenzeile. Die ersten beiden Zeilen sind fixiert. Zelltexte werden als inlineStr gespeichert. Office und COM-Interop sind nicht erforderlich.

8. Fehlerverhalten

Die WMI-Gruppenermittlung und die vollständige ExplorerOM-Kataloglesung bilden gemeinsam einen Pflichtabschnitt. Ein Fehler führt zu:

  • Exitcode 1
  • Logeintrag
  • JSON mit IsComplete: false
  • lokaler XLSX auf Basis der bis dahin ermittelten Daten

Der Merge lehnt einen solchen JSON-Snapshot ab. Dadurch werden technische Lücken nicht als bestätigte Nullwerte in den ACC/PRD-Katalog übernommen.

Ungültige Parameter, fehlende Dateien, fehlerhaftes JSON und Schreibfehler liefern Exitcode 2.

8.1 Diagnosedaten

Fortschrittsmeldungen werden gleichzeitig auf die Konsole und in eine UTF-8-Logdatei geschrieben. Die Detailprotokollierung umfasst:

  • Laufzeit-, Betriebssystem- und Prozessarchitektur
  • Windows-Identität und Administratorstatus
  • WMI-Namespace und Timeout
  • vollständige WQL-Anweisung, Laufzeit und Datensatzanzahl
  • BizTalk-Gruppe sowie Management-DB-Server und -Name
  • ExplorerOM-Assemblyname, Version und Dateipfad
  • jede gelesene Anwendung und jeden gezählten Endpunkt mit Adaptertyp
  • Gesamtzahlen für Anwendungen, Send Ports, sekundäre Transporte, Receive Ports und Receive Locations

Eine Ausnahme wird mit Typ, Meldung, HRESULT in Hexadezimalschreibweise, ManagementException.ErrorCode, inneren Ausnahmen und Stacktrace ausgegeben. TargetInvocationException wird dabei bis zur eigentlichen Provider- oder Datenbankausnahme aufgelöst.

9. Sicherheit

  • ausschließlich lesende lokale WMI-Abfragen
  • ausschließlich lesende Katalogabfragen über das lokale BizTalk Explorer Object Model
  • keine Aufrufe von SaveChanges oder ändernden BizTalk-Methoden
  • keine selbst formulierten SQL-Abfragen; ExplorerOM liest die Management-Datenbank über integrierte Windows-Authentifizierung
  • keine Endpunktadressen
  • keine Binding-Exporte
  • keine Credentials, Secrets oder Tokens
  • keine Netzwerkverbindungen zu fachlichen Endpunkten

Anwendungsnamen, Servernamen und Adapterverteilungen bleiben interne Betriebsinformationen. JSON, XLSX und Log sind geschützt abzulegen.

10. Build und Test

Baseline:

  • Visual Studio 2019 / MSBuild 16.x
  • klassisches MSBuild-Projektformat
  • .NET Framework 4.7.2
  • C# 7.3
  • keine NuGet-Pakete
  • kein .NET SDK erforderlich
  • keine compile-time-Referenz auf Microsoft.BizTalk.ExplorerOM.dll
scripts\build-release.cmd

Der Self-Test benötigt kein BizTalk und prüft:

  • JSON-Schreiben und -Lesen
  • Snapshot-Validierung
  • ACC/PRD-Union
  • Adapteraggregation
  • Endpunktsummen
  • ein einziges Blatt Phase 1
  • erforderliche OPC-/XLSX-Teile
  • XML-Wohlgeformtheit
  • Titel- und Summen-Merges
  • korrekten Filterbereich

11. Betriebsvalidierung

Je Umgebung:

  1. --self-test erfolgreich ausführen.
  2. Lokalen Lauf in administrativer cmd.exe starten.
  3. Im Log die erfolgreiche WMI-Abfrage MSBTS_GroupSetting prüfen.
  4. Im Log Assemblyname, Version und Pfad von ExplorerOM prüfen.
  5. Exitcode 0 und IsComplete: true prüfen.
  6. Anwendungsgesamtzahl mit der BizTalk Administration Console vergleichen.
  7. Send Ports, sekundäre Transporte und Receive Locations stichprobenartig zählen.
  8. Nur die vollständige JSON-Datei für den Merge verwenden.

Nach dem Merge:

  1. Summen für ACC und PROD mit den lokalen Dateien vergleichen.
  2. Anwendungen mit nur ACC und nur PRD fachlich prüfen.
  3. Abweichend beschriftete ACC-/PRD-Adapterverteilungen prüfen.
  4. Ergebnis geschützt archivieren.