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Technische Dokumentation: BEW BizTalk Application Catalog – Phase 1
1. Ziel und Abgrenzung
Das Werkzeug bildet ausschließlich die Phase-1-Sicht BizTalk Anwendungen & Adapter ab. Das fachliche Ergebnis ist ein einblättriger ACC/PRD-Katalog mit:
- BizTalk-Anwendung
- Umgebung
- Adapter-Typ und Anzahl
- Endpunktanzahl
- Vorkommen in ACC
- Vorkommen in PRD
- Hinweis bei einseitigem Vorkommen
Es ist kein technisches Vollinventar. Frühere Detailbereiche zu System, SQL, Status, Ports, Orchestrierungen, Schemas, Maps, Pipelines, Assemblies, Hosts, Handlern, Abdeckung und Findings sind nicht Bestandteil der XLSX und werden nicht mehr erhoben.
2. Verteilte Erfassung
ACC und PROD besitzen jeweils einen lokalen BizTalk Server 2020. Ein Prozess auf einem Server soll die andere Umgebung nicht remote abfragen.
ACC BizTalk Server PROD BizTalk Server
| |
| WMI + ExplorerOM | WMI + ExplorerOM
v v
ACC JSON + lokale XLSX PROD JSON + lokale XLSX
\ /
\ /
+---- Merge auf beliebigem -----+
Windows-Rechner
|
v
gemeinsame ACC/PRD-XLSX
Der JSON-Snapshot ist das kleine Austauschformat zwischen den getrennten Erfassungen. Er enthält weder Endpunktadressen noch Credentials.
3. Komponenten
CommandLineOptions
+-- validiert lokalen Modus oder Merge-Modus
BizTalkWmiCollector
+-- lokales MSBTS_GroupSetting per WMI
+-- lädt Microsoft.BizTalk.ExplorerOM aus GAC/Installationspfad
+-- Anwendungen und Ports per BtsCatalogExplorer
SnapshotStore
+-- normalisiert je Anwendung Adapterzählungen
+-- schreibt/liest DataContract-JSON
+-- validiert Schema, Summen, Umgebung und Vollständigkeit
XlsxReportWriter
+-- genau ein Blatt "Phase 1"
+-- Office Open XML ohne Office-Interop
+-- Titel, Filter, Freeze Pane und Summenzeile
4. Datenzugriff
4.1 Ursache des Fehlers Invalid class
Die ursprüngliche Implementierung führte als erste Abfrage
SELECT * FROM MSBTS_Application im Namespace
root\MicrosoftBizTalkServer aus. Das von BizTalk Server dokumentierte WMI-Schema
enthält keine Klasse MSBTS_Application. WMI antwortet deshalb unabhängig von
einer administrativ gestarteten Konsole mit Invalid class.
Auch die WMI-Portklassen bilden die fachliche Anwendungshierarchie nicht so vollständig ab, dass damit Anwendungen ohne Ports zuverlässig erfasst werden könnten. Der Fehler wird daher nicht nur abgefangen; der ungeeignete Zugriffsweg wurde ersetzt.
4.2 Lokale Gruppenermittlung per WMI
Verwendeter Namespace:
\\.\root\MicrosoftBizTalkServer
Verwendete Abfrage:
SELECT Name, MgmtDbServerName, MgmtDbName FROM MSBTS_GroupSetting
Der Punkt im Namespace erzwingt den lokalen Computer. Die Abfrage liefert den BizTalk-Gruppennamen und das Ziel der Management-Datenbank. Der konfigurierte WMI-Timeout wird angewendet. Kennwörter werden weder benötigt noch protokolliert.
4.3 Kataloglesung per Explorer Object Model
Die Assembly Microsoft.BizTalk.ExplorerOM.dll wird zur Laufzeit geladen. Dadurch
bleibt das Quellprojekt auf einem Build-Rechner ohne BizTalk-Assembly kompilierbar;
für den echten Inventarlauf müssen die BizTalk-Verwaltungskomponenten lokal
installiert sein.
Ladestrategie:
- normale Typauflösung der bereits verfügbaren Assembly
- Laden aus dem Global Assembly Cache
- kompatible GAC-Auflösung ohne fest verdrahtete Assemblyversion
- bekannte BizTalk-Installationsverzeichnisse unter
Program Files
BtsCatalogExplorer.ConnectionString verwendet ausschließlich integrierte
Windows-Authentifizierung. Die Anwendung ruft weder SaveChanges noch eine andere
ändernde ExplorerOM-Methode auf.
Die Eigenschaft Applications liefert auch Anwendungen ohne Ports. Pro Anwendung
werden nur folgende Eigenschaften gelesen:
NameSendPortsSendPort.PrimaryTransport.TransportType.NameSendPort.SecondaryTransport.TransportType.NameReceivePortsReceivePort.ReceiveLocationsReceiveLocation.TransportType.Name
4.4 Receive-Endpunkte
Eine Receive Location zählt als ein Endpunkt. Der Adaptername stammt aus
ReceiveLocation.TransportType.Name. Ein Receive Port ist nur ein Container und
zählt selbst nicht als Endpunkt.
4.5 Send-Endpunkte
Bei einem Send Port zählt die primäre Transportkonfiguration als ein Endpunkt. Ist eine sekundäre Transportkonfiguration vorhanden, zählt sie als zusätzlicher Endpunkt.
Fehlt ein Adaptername, wird Unbekannt verwendet. Die Anwendung ist durch die
Iteration innerhalb von Application.SendPorts beziehungsweise
Application.ReceivePorts eindeutig vorgegeben.
5. Snapshot-Format
Das JSON enthält nur normalisierte Katalogdaten:
{
"SchemaVersion": 1,
"EnvironmentName": "ACC",
"ComputerName": "BIZTALK-ACC",
"CreatedUtc": "2026-07-27T13:00:00.0000000Z",
"IsComplete": true,
"Applications": [
{
"Name": "ExampleApplication",
"EndpointCount": 2,
"AdapterCounts": [
{ "AdapterType": "FILE", "Count": 1 },
{ "AdapterType": "SFTP", "Count": 1 }
]
}
]
}
Vor einem Merge werden geprüft:
SchemaVersionist1- erwartete Umgebung ist exakt
ACCbeziehungsweisePROD IsCompleteisttrue- Namen und Adaptertypen sind nicht leer
- Zählwerte sind nicht negativ
- Summe der Adapterzählungen entspricht
EndpointCount
JSON und XLSX werden über eine temporäre Datei geschrieben und erst nach erfolgreichem Abschluss auf den endgültigen Dateinamen verschoben.
6. Merge-Regeln
Anwendungsnamen werden ohne Beachtung der Groß-/Kleinschreibung verglichen. Für die Anzeige wird bei einer gemeinsamen Anwendung bevorzugt die Schreibweise aus ACC verwendet.
| Situation | Umgebung | ACC | PRD | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| in beiden vorhanden | ACC + PRD |
✓ |
✓ |
leer |
| nur ACC | nur ACC |
✓ |
– |
Nur in ACC vorhanden |
| nur PROD | nur PRD |
– |
✓ |
Nur in PRD vorhanden – nicht in ACC |
Die Endpunktanzahl einer gemeinsamen Zeile ist die Summe beider Umgebungen.
Sind die Adapterzählungen identisch, erscheint nur eine kompakte Darstellung:
FILE (1x) / SFTP (1x)
Bei einer Abweichung bleiben beide Nachweise sichtbar:
ACC: FILE (2x) | PRD: FILE (1x) / SFTP (1x)
Damit wird keine Übereinstimmung suggeriert, wenn lediglich die Gesamtzahl gleich ist.
7. Excel-Aufbau
Die Arbeitsmappe enthält genau:
xl/worksheets/sheet1.xml -> Blatt "Phase 1"
Das Blatt besteht aus:
- Zeile 1: zusammengeführter Titel
- Zeile 2: sieben Spaltenüberschriften
- ab Zeile 3: alphabetisch sortierte Anwendungen
- letzte Zeile: zusammengeführte Summenzeile
Der Filter umfasst nur Kopf- und Datenzeilen, nicht die Summenzeile. Die ersten beiden Zeilen sind fixiert. Zelltexte werden als inlineStr gespeichert. Office und COM-Interop sind nicht erforderlich.
8. Fehlerverhalten
Die WMI-Gruppenermittlung und die vollständige ExplorerOM-Kataloglesung bilden gemeinsam einen Pflichtabschnitt. Ein Fehler führt zu:
- Exitcode
1 - Logeintrag
- JSON mit
IsComplete: false - lokaler XLSX auf Basis der bis dahin ermittelten Daten
Der Merge lehnt einen solchen JSON-Snapshot ab. Dadurch werden technische Lücken nicht als bestätigte Nullwerte in den ACC/PRD-Katalog übernommen.
Ungültige Parameter, fehlende Dateien, fehlerhaftes JSON und Schreibfehler liefern Exitcode 2.
8.1 Diagnosedaten
Fortschrittsmeldungen werden gleichzeitig auf die Konsole und in eine UTF-8-Logdatei geschrieben. Die Detailprotokollierung umfasst:
- Laufzeit-, Betriebssystem- und Prozessarchitektur
- Windows-Identität und Administratorstatus
- WMI-Namespace und Timeout
- vollständige WQL-Anweisung, Laufzeit und Datensatzanzahl
- BizTalk-Gruppe sowie Management-DB-Server und -Name
- ExplorerOM-Assemblyname, Version und Dateipfad
- jede gelesene Anwendung und jeden gezählten Endpunkt mit Adaptertyp
- Gesamtzahlen für Anwendungen, Send Ports, sekundäre Transporte, Receive Ports und Receive Locations
Eine Ausnahme wird mit Typ, Meldung, HRESULT in Hexadezimalschreibweise,
ManagementException.ErrorCode, inneren Ausnahmen und Stacktrace ausgegeben.
TargetInvocationException wird dabei bis zur eigentlichen Provider- oder
Datenbankausnahme aufgelöst.
9. Sicherheit
- ausschließlich lesende lokale WMI-Abfragen
- ausschließlich lesende Katalogabfragen über das lokale BizTalk Explorer Object Model
- keine Aufrufe von
SaveChangesoder ändernden BizTalk-Methoden - keine selbst formulierten SQL-Abfragen; ExplorerOM liest die Management-Datenbank über integrierte Windows-Authentifizierung
- keine Endpunktadressen
- keine Binding-Exporte
- keine Credentials, Secrets oder Tokens
- keine Netzwerkverbindungen zu fachlichen Endpunkten
Anwendungsnamen, Servernamen und Adapterverteilungen bleiben interne Betriebsinformationen. JSON, XLSX und Log sind geschützt abzulegen.
10. Build und Test
Baseline:
- Visual Studio 2019 / MSBuild 16.x
- klassisches MSBuild-Projektformat
- .NET Framework 4.7.2
- C# 7.3
- keine NuGet-Pakete
- kein .NET SDK erforderlich
- keine compile-time-Referenz auf
Microsoft.BizTalk.ExplorerOM.dll
scripts\build-release.cmd
Der Self-Test benötigt kein BizTalk und prüft:
- JSON-Schreiben und -Lesen
- Snapshot-Validierung
- ACC/PRD-Union
- Adapteraggregation
- Endpunktsummen
- ein einziges Blatt
Phase 1 - erforderliche OPC-/XLSX-Teile
- XML-Wohlgeformtheit
- Titel- und Summen-Merges
- korrekten Filterbereich
11. Betriebsvalidierung
Je Umgebung:
--self-testerfolgreich ausführen.- Lokalen Lauf in administrativer
cmd.exestarten. - Im Log die erfolgreiche WMI-Abfrage
MSBTS_GroupSettingprüfen. - Im Log Assemblyname, Version und Pfad von ExplorerOM prüfen.
- Exitcode
0undIsComplete: trueprüfen. - Anwendungsgesamtzahl mit der BizTalk Administration Console vergleichen.
- Send Ports, sekundäre Transporte und Receive Locations stichprobenartig zählen.
- Nur die vollständige JSON-Datei für den Merge verwenden.
Nach dem Merge:
- Summen für ACC und PROD mit den lokalen Dateien vergleichen.
- Anwendungen mit
nur ACCundnur PRDfachlich prüfen. - Abweichend beschriftete ACC-/PRD-Adapterverteilungen prüfen.
- Ergebnis geschützt archivieren.