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RTM-Adapterregeln für Endpoint Reachability
Anlass
Die ACC-Ausgabe vom 11.08.2026 zeigte BizTalk Endpoint Reachability = UNKNOWN, obwohl die eigentlichen Socket-Probes in wenigen Millisekunden
abgeschlossen waren. Die Detailausgabe bestand überwiegend aus drei
Adapterklassen, die der generische URI-Parser nicht fachgerecht einordnen
konnte:
- Scheduling-Komponenten ohne externes Netzwerkziel,
- kundenspezifische
DATABASE-Adressen, nahezu ausschließlich Oracle, - WCF-SAP-Verbindungs-URIs mit Gateway- und SAProuter-Parametern.
Diese Fälle dürfen den RTM-Service weder mit Auflösungslücken noch mit Fehlalarmen belasten.
Verbindliche Klassifizierung ab Version 2.2.7
Scheduling
Adaptername oder Adresse mit Schedule/Scheduler wird vollständig als
erwartbar ausgenommen. Es erfolgt keine Netzwerkprobe und kein UNKNOWN.
DATABASE / Oracle
Nur die eindeutig erkennbare Form
Database://host[:port]/.../Oracle
wird automatisch aufgelöst. Ein expliziter Port gewinnt; andernfalls wird TCP 1521 verwendet. Andere DATABASE-Anbieter oder nicht eindeutig lesbare Adressen werden erwartbar ausgenommen. Es wird kein UDP-Test erzeugt.
Oracle dokumentiert TCP 1521 als Standardadresse des Listeners und nimmt bei fehlender Portangabe im Easy-Connect-Format ebenfalls 1521 an:
- Oracle: Configuring the Network Environment
- Oracle: Configuring and Administering Oracle Net Listener
WCF-SAP
Microsoft dokumentiert ListenerGwHost, ListenerGwServ und SAPROUTER als
Bestandteile der SAP-Verbindungs-URI. Der Parser verwendet in dieser
Reihenfolge:
- erster SAProuter-Hop aus
/H/host/S/port, ListenerGwHostundListenerGwServ,GwHostundGwServals Fallback.
Numerische Dienste werden direkt übernommen. sapgwNN wird auf TCP 33NN
abgebildet. Fehlt bei einem SAProuter-Hop /S/, gilt der dokumentierte
Standard TCP 3299. URI-Escapes werden vor der Auswertung dekodiert; Kennwörter,
Program-ID, Pfade und Querystrings gelangen weiterhin nicht in Katalog, Log
oder Checkmk-Ausgabe.
Quellen:
- Microsoft Learn: Create the SAP system connection URI
- SAP Help: Entries in the Services File
- SAP Help: SAProuter Host and Port
Best-Effort statt Alarm
Automatisch abgeleitete DATABASE-/WCF-SAP-Ziele erhalten im lokalen Katalog
bestEffort="true". Sie werden normal dedupliziert und per TCP verbunden.
- Erfolg erhöht die getesteten und verfügbaren Zähler.
- Timeout, DNS- oder Verbindungsfehler erhöht
biztalk_endpoints_best_effort_ignored. - Der Fehler erscheint nicht als
unavailable=, erzeugt keinen Warn-Logeintrag pro Minute und ändert den Checkmk-Status nicht. - Eine nicht ableitbare Adapteradresse zählt zu
biztalk_endpoints_expected_non_socket, nicht zuunresolved.
Damit erfüllt der Check die gewünschte „versuchen, sonst ignorieren“-Semantik.
Soll ein solches Ziel später verbindlich alarmieren, wird ein manueller
Katalogeintrag mit autoDiscovered="false" und ohne
bestEffort="true" hinterlegt. Reguläre automatisch erkannte Ziele bleiben
ebenfalls streng: Ihre Nichterreichbarkeit ist weiterhin CRIT.
Regression und Abnahme
Die automatisierten Tests decken Scheduler-Ausschluss, Oracle-Standard- und Explizitport, nicht unterstützte DATABASE-Anbieter, WCF-SAP-Gateway, URI-kodierten SAProuter, zielbasierte SAP-Konfiguration ohne ableitbaren Host, Geheimnisschutz und die nicht alarmierende Best-Effort-Ausgabe ab.
Für die Windows-/ACC-Abnahme nach Installation von 2.2.7:
- Im Provider-Log muss der erzwungene Katalogabgleich erfolgreich sein.
BizTalk Endpoint Reachabilitydarf wegen Schedule, DATABASE oder WCF-SAP nicht mehr UNKNOWN werden.biztalk_endpoints_unresolveddarf diese drei Klassen nicht enthalten.biztalk_endpoints_best_effortzeigt die tatsächlich abgeleiteten Oracle- und SAP-Ziele; nicht erreichbare davon erscheinen nur inbiztalk_endpoints_best_effort_ignored.- Ein absichtlich nicht erreichbares reguläres Testziel muss weiterhin CRIT auslösen, damit die strenge Standardalarmierung belegt bleibt.