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biztalk-checkmk-pulse/docs/EndpointCatalog.md
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# Endpoint-Katalog und Netzwerkprobe
## Automatischer Betrieb
Der privilegierte Provider liest bei seiner bereits vorhandenen
`MSBTS_SendPort`-/`MSBTS_ReceiveLocation`-Abfrage auch die dokumentierten
Transportadressen. Fehlt die Datei
```text
%ProgramData%\BizTalkCheckmkPulse\data\endpoints.xml
```
wird sie im ersten erfolgreichen Lauf erzeugt. Danach erfolgt der vollständige
Abgleich alle `EndpointDiscoveryIntervalHours` (Default: 168 Stunden). Ein
Fehler beim Abgleich ersetzt keinen letzten gültigen Katalog. Checkmk meldet
den überfälligen/fehlgeschlagenen Abgleich trotzdem als `UNKNOWN`.
Bei Installation oder Update ab Version 2.2.4 erzwingt ein einmaliger
Provider-Abnahmelauf unabhängig vom Alter einen vollständigen Abgleich. Der
Installer akzeptiert den Release erst, wenn der neue Synchronisationszeitpunkt
nach dem Start dieses Laufs liegt. Gültige manuelle Overrides werden dabei
erhalten; der Katalog wird nicht blind gelöscht.
Unabhängig vom Wochenabgleich wird bei jedem Minutenlauf gegen den aktuellen
BizTalk-Runtimezustand gefiltert:
- Receive Location nur bei `IsDisabled=false`
- Send Port nur bei `Status=Started`
- dynamischer Send Port nie als statisches Ziel
Damit wird ein inzwischen gestopptes/deaktiviertes Artefakt sofort nicht mehr
geprüft. Prüffähige aktuelle WMI-Adressen werden bei jedem Minutenlauf direkt
verwendet; der Wochenabgleich pflegt nur den persistenten, geheimnisfreien
Katalog. Dadurch wird weder ein neues Ziel verzögert noch eine bis zu sieben
Tage alte Auto-Discovery-Adresse weiter geprüft. Manuelle Overrides gewinnen
weiterhin anhand ihres stabilen Artefaktschlüssels.
## Laufzeitbudget
Die Socket-Probes werden nach Protokoll, Host und Port dedupliziert und mit
maximal `EndpointProbeMaxConcurrency=16` parallelen Verbindungen ausgeführt.
Bei `EndpointProbeTimeoutMilliseconds=3000` benötigen 70 vollständig
timeoutende eindeutige Ziele theoretisch etwa 15 Sekunden. Die Standardgrenze
`EndpointMaxCount=100` begrenzt diesen Anteil eines Providerlaufs auf etwa
21 Sekunden. Die Grenze gilt für deduplizierte Host/Port/Protokoll-Ziele, nicht
für die Anzahl der darauf abgebildeten BizTalk-Artefakte. Der Katalog ist
separat über `EndpointCatalogMaxEntries=1000` begrenzt. Erwartbar nicht als
Socket prüfbare Artefakte zählen nicht gegen das Laufzeitbudget; echte
Auflösungslücken werden als `unresolved` mit einem geheimnisfreien Grund
gemeldet.
Checkmk selbst wartet nicht auf diese Verbindungen, sondern liest nur den
zuletzt atomar geschriebenen Snapshot. Die reale ACC-Laufzeit ist nach dem
Update an `biztalk_endpoint_probe_duration_ms` sowie an `endpoint_probe_ms` und
`elapsed_ms` im Provider-Log zu kontrollieren. Der Scheduled Task verhindert
mit `IgnoreNew` überlappende Providerläufe.
## Sicherheitsmodell
Der Katalog speichert nicht die vollständige BizTalk-Adresse. Persistiert
werden nur:
- Artefakttyp, Anwendung, Name und Transportrolle
- Adaptername
- `TCP` oder `UDP`
- Host und Port
- `enabled` und `autoDiscovered`
URI-Benutzerinformationen, Kennwörter, Pfade und Querystrings werden nicht
geschrieben. Der Katalog liegt im bereits ACL-geschützten `data`-Verzeichnis;
nur Provider und Administratoren dürfen ihn ändern. `LocalSystem` liest nur
den separaten, validierten Checkmk-Snapshot.
Die automatische Auflösung akzeptiert neben absoluten URIs auch `host:port`
und bei FTP/SFTP die schemafreie Form `[benutzer@]host[:port]/pfad`. Die
Reihenfolge ist absichtlich eindeutig: `host:port` wird vor der allgemeinen
.NET-URI-Auswertung erkannt, damit der Host nicht fälschlich als URI-Schema
gedeutet wird. Benutzerinformationen und Pfad bleiben ausschließlich im
flüchtigen WMI-Kandidaten und werden nicht persistiert. Eckige URI-Klammern
um IPv6-Adressen werden vor der Socket-Probe entfernt.
## Manuelle Korrektur eines automatisch nicht auflösbaren Endpoints
Vor einer manuellen Änderung den Scheduled Task kurz stoppen und die Datei
sichern. Einen vorhandenen Eintrag auf den gewünschten Host/Port korrigieren
und `autoDiscovered="false"` setzen. Der vorhandene `key` bleibt unverändert:
```xml
<Endpoint
key="SENDPORT|ORDERS|SP ORDER OUT|PRIMARY"
artifactType="SendPort"
application="Orders"
artifact="SP Order Out"
transportRole="Primary"
adapter="Custom Adapter"
protocol="TCP"
host="gateway.example.internal"
port="7443"
enabled="true"
autoDiscovered="false" />
```
Manuelle Einträge werden beim Wochenabgleich erhalten. Stimmen Artefakttyp
und `key` mit einem Send-/Receive-Artefakt überein, gilt weiterhin dessen
Started-/Enabled-Filter. Ein zusätzliches, nicht an BizTalk gebundenes Ziel
kann `artifactType="Manual"` verwenden; es wird bei `enabled="true"` immer
geprüft.
Nach dem Speichern Task wieder starten und prüfen:
```powershell
Start-ScheduledTask -TaskName 'BizTalk Checkmk Pulse Provider'
Get-Content "$env:ProgramData\BizTalkCheckmkPulse\logs\*.log" -Tail 100
& "$env:ProgramFiles\BizTalkCheckmkPulse\BizTalkCheckmkPulse.exe" --consume
```
Ungültiges XML, doppelte Keys, falsche Maschine/Umgebung, unbekannte
Protokolle, ungültige Ports und übergroße Dateien werden verworfen. Der
Provider kann bei vollständig verfügbarem BizTalk-Runtimezustand einen
ungültigen rein automatisch erzeugten Katalog neu aufbauen. Deshalb muss ein
manueller Eintrag vor dem produktiven Einsatz gesichert und im Provider-Log
verifiziert werden.
## Protokollgrenzen
TCP-Connect ist für HTTP(S), SFTP, FTP, SMB/UNC, WCF und `net.tcp` der
passende nebenwirkungsfreie Netzwerktest. Er bestätigt DNS, Routing,
Firewall und einen annehmenden TCP-Port, aber nicht die fachliche Antwort der
Zielanwendung.
UDP ist verbindungslos. Bei `udp://host:port` bestätigt der Check nur DNS,
Route und erfolgreichen lokalen Datagrammversand. Für einen belastbaren
UDP-Dienstcheck wäre ein adapter-/protokollspezifisches Request/Response-
Payload erforderlich; ein solches fachliches Paket wird bewusst nicht
erfunden.