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Betriebsdokumentation
Architektur und Befund
Das vorhandene Projekt liegt unter ~/localdev/nextcloud-borg-backup; Gitea: https://gitea.jr-it-services.de/johannes/nextcloud-borg-backup.
Am 26.10.2026 wurde das Ausbleiben täglicher Sicherungen untersucht. Der persistente User-Timer startete nach dem Login teilweise vor dem Desktop-rclone-Mount: am 26.10. Abbruch wegen leerer Quelle um 08:48:38, rclone-Start erst 08:48:54. Es gab keine Wiederholung. Zusätzlich waren ein FUSE-Abbruch am 15.10. und ein Verzeichnis-Cache von 72 Stunden konfiguriert. Das NAS war erreichbar; das letzte erfolgreiche Archiv stammte vom 23.10., nicht vom 13.10.
Version 2 entkoppelt die Sicherung vollständig vom Desktop-Mount:
Nextcloud WebDAV (rclone Nextcloud:)
-> vollständige Inventur, Plausibilitätsprüfung
-> rclone sync in privaten lokalen Zwischenstand
-> Hash-/Downloadvergleich, unveränderte zweite Cloud-Inventur
-> Borg create auf geprüftem NFS-Share
-> Dateizahl/Bytezahl vergleichen, Archivdaten verifizieren, Repository prüfen
-> atomare Erfolgsmarkierung
-> Aufbewahrung und Kompaktierung
Die Cloud ist immer die Quelle. Keine Uploads oder Löschungen in Nextcloud. Nur der eigene lokale Zwischenstand wird mit rclone sync --delete-after an Cloud-Löschungen angepasst. Bei Fehlern entsteht kein als erfolgreich markiertes Archiv und es wird keine Aufbewahrungsbereinigung gestartet. Vorhandene Borg-Archive bleiben nutzbar.
Dateien und Zustände
| Pfad | Inhalt |
|---|---|
~/.local/bin/nextcloud-borg-backup |
Bash-CLI für Backup und vorhandene Restore-Befehle |
~/.local/libexec/nextcloud-borg-runner.py |
Python-Steuerung, keine externen Python-Pakete |
~/.config/nextcloud-borg-backup/config |
Vertrauenswürdige Bash-Konfiguration |
~/.config/nextcloud-borg-backup/passphrase |
Bestehende Borg-Passphrase, niemals regenerieren |
~/.local/share/nextcloud-borg-backup/staging/ |
Unverschlüsselter, privater Cloud-Zwischenstand |
~/.local/share/nextcloud-borg-backup/staging.owner.json |
Bindung des Zwischenstands an die Cloud-Quelle |
~/.local/state/nextcloud-borg-backup/last-success.json |
Zeitpunkt, Archivname, Dateizahl und Bytezahl der bestätigten Sicherung |
~/.local/state/nextcloud-borg-backup/last-attempt.json |
Laufstatus und Fehlerphase |
~/.local/state/nextcloud-borg-backup/repository.json |
Bindung an die Borg-Repository-ID |
~/.local/state/nextcloud-borg-backup/verified-inventory.json |
Zuletzt geprüfte Datei-Inventur mit Größen, Zeiten und Serverhashes |
~/.local/state/nextcloud-borg-backup/logs/ |
Ablaufprotokolle, neue Protokolle nach 90 Tagen bereinigt |
Vollständige Kindprozessausgaben stehen im systemd-Journal; die zusätzlichen Ablaufdateien enthalten Phasen und Status. Die Marker werden über temporäre Dateien, fsync und atomare Umbenennung geschrieben. Ein laufender Zwischenstand ist kein Wiederherstellungspunkt. Der letzte bestätigte Stand liegt im Borg-Repository.
Schutzmaßnahmen
- Ausschließlich ein Lauf dank
flock; auch manuelle Wartungsbefehle verwenden denselben Lock. Borg besitzt zusätzlich seinen eigenen Repository-Lock. Fremde Borg-Prozesse werden nicht durch automatischesbreak-lockübergangen. - Der NFS-Share muss exakt
EXPECTED_NAS_SOURCEmitEXPECTED_NAS_FSTYPEentsprechen. Für die Workstation:thor:/volume1/NetBackup,nfs4. Autofs wird vor der Prüfung durch einen begrenzten Zugriff ausgelöst. Backup legt keine Verzeichnisse unter/netund kein Repository an. - Erste Quell-Plausibilisierung gegen das jüngste vorhandene Borg-Archiv; danach gegen den letzten bestätigten Stand. Rückgang von Dateizahl oder Bytezahl um mehr als
MAX_SOURCE_DROP_PERCENT=20führt zum Abbruch vor der Synchronisierung. Leere Quelle wird immer abgewiesen. - Staging muss lokal sein, darf keine Symlinks/Mounts enthalten und darf sich nicht mit State, Repository oder
~/Nextcloudüberschneiden. Ein bereits gefülltes, fremdes Verzeichnis wird nicht übernommen. - Hashvergleich, wenn jede Quelldatei MD5/SHA1 anbietet. Dateien ohne Serverhash werden vor dem Sync mit
rclone copy --ignore-timeserneut gelesen und anschließend zusätzlich perrclone check --downloadverglichen. Leere Dateien sind bereits durch Größe null eindeutig. Bei Zeilenumbrüchen in ungehashten Dateinamen erfolgt ein vollständiger Bytevergleich aller Dateien, weil rclones Dateiliste solche Namen nicht darstellen kann. Das kostet zusätzlich Übertragungszeit, vermeidet aber den unsicheren Rückfall auf reine Größenvergleiche. - Zusätzlich berechnet Python die lokalen SHA1-/MD5-Werte unabhängig von rclone und vergleicht jede verfügbare Cloud-Prüfsumme sowie die Dateigrößen.
- Inventuren vor und nach Sync/Check müssen dieselben Dateinamen, Größen und Zeitstempel enthalten. Dateiveränderungen führen zu einem späteren neuen Versuch. Erscheinen oder verschwinden allein WebDAV-Prüfsummen, werden die betroffenen Dateien zusätzlich gegen die neu gemeldeten Hashes bzw. per Downloadvergleich geprüft; nur nach erfolgreichem Inhaltsvergleich darf die Sicherung weiterlaufen. Die Inventuren bleiben für die Diagnose privat gespeichert.
- Borg-Warnungen zählen als Fehler. Jeder neue Archivstand durchläuft
borg check --archives-only --verify-data --glob-archives <Archiv>und einen Repository-Check. Ältere OptionenFULL_CHECK_VERIFY_DATA,FULL_CHECK_INTERVAL_DAYS,REPOSITORY_CHECK_AFTER_BACKUP,SOURCE_DIR,ONE_FILE_SYSTEMundEXCLUDE_CACHESbeeinflussen den neuen Backup-Pfad nicht mehr: jedes neue Archiv wird geprüft und alle Cloud-Dateien werden erfasst. Aktive alte Exclude-Regeln führen zu einem erklärenden Abbruch, statt unbemerkt Dateien auszulassen. - Erst nach dieser Prüfung wird der Erfolg gespeichert. Ein anschließender Wartungsfehler lässt das bestätigte Archiv gültig; der nächste Timerlauf versucht die Wartung erneut.
--keep-within 4w --keep-last 7schützt zusätzlich die letzten sieben Archivstände. - Einzelne Kindprozesse sind auf sechs Stunden begrenzt; systemd begrenzt den Gesamtlauf auf zwölf Stunden und beendet die gesamte Prozessgruppe. Keine endlose Wiederholung innerhalb eines Backup-Prozesses. Das nächste 15-Minuten-Fenster versucht erneut.
Zeitplanung und Warnungen
nextcloud-borg-backup.timer prüft alle 15 Minuten plus maximal 60 Sekunden Zufallsverzögerung, erstmals zwei Minuten nach Start des User Managers. Eine bestätigte Sicherung ist nach 24 Stunden wieder fällig. Persistent=true holt verpasste Kalendertermine nach. Bei einem aktiven Lauf startet systemd keinen zweiten gleichnamigen Service.
nextcloud-borg-health.timer prüft unabhängig stündlich sowie nach Start des User Managers das Alter. Nach 36 Stunden ohne bestätigten Stand meldet health Exitcode 2 und der Wächter versucht eine kritische Desktop-Benachrichtigung. Fehler beim Backup werden ebenfalls gemeldet; Benachrichtigungen werden sechs Stunden gedrosselt. Ohne Desktop-Benachrichtigungsdienst bleiben Journal und Exitstatus die Überwachung. Es wird keine E-Mail versandt.
Auf der Workstation ist loginctl show-user johannes -p Linger bereits yes. Der User Manager kann damit ohne Desktop-Anmeldung laufen. Voraussetzung bleiben eingeschaltete Workstation, erreichbare Cloud/NAS und ohne Dialog lesbare rclone-/Borg-Zugangsdaten. Bei ausgeschaltetem Rechner erfolgen weder Sicherung noch Warnung; beim nächsten Start wird nachgeholt.
nextcloud-borg-backup health
systemctl --user list-timers 'nextcloud-borg-*'
journalctl --user -u nextcloud-borg-backup.service --since today
journalctl --user -u nextcloud-borg-health.service --since today
cat ~/.local/state/nextcloud-borg-backup/last-attempt.json
Fehlerbehebung
NAS nicht erreichbar / falscher Mount: findmnt -T /net/thor/volume1/NetBackup/Nextcloud/borg-repo prüfen, autofs/NAS-Verbindung wiederherstellen. Niemals ein neues Repository an einem Ersatzpfad initialisieren. NFS-Hardmounts können bei Serverausfall im Kernel hängen; auch Prozess-Timeouts können einen ununterbrechbaren Kernelzugriff nicht sofort beenden.
Cloud ändert sich während des Laufs: Der nächste Timerlauf wiederholt. Bei dauernder hoher Änderungsrate ist eine ruhigere Zeit oder eine serverseitige Snapshot-Sicherung erforderlich. WebDAV liefert keinen atomaren Snapshot der gesamten Nextcloud. Lokale, noch nicht zur Cloud hochgeladene Desktop-Änderungen sind erst nach dem Upload Teil der Quelle.
Quellrückgang / Löschgrenze: Zuerst absichtliche Löschungen oder Umstrukturierungen prüfen und ältere Archive aufbewahren. Nur nach Prüfung MAX_SOURCE_DROP_PERCENT bzw. MAX_STAGE_DELETES in der privaten Konfiguration gezielt erhöhen, manuell sichern, anschließend Schutzgrenzen zurücksetzen. Diese Grenzen werden nicht automatisch aufgeweicht.
Staging zu groß / Speicher knapp: Keine Archive oder Staging-Daten während eines laufenden Backups löschen. Nach Stoppen des Services kann ausschließlich der Zwischenstand zusammen mit seiner Owner-Datei entfernt und später neu aufgebaut werden. Die Borg-Historie und Passphrase bleiben bestehen. Im Zweifel freien Speicher schaffen oder STAGING_DIR auf einen privaten lokalen Datenträger verschieben; die konservative Platzprüfung bleibt aktiv.
Repository-ID geändert: Erst klären, ob das richtige NAS und Repository vorliegen. repository.json nicht automatisch löschen. Bei bewusstem Repository-Wechsel State und Baseline nach Prüfung neu aufsetzen. Ein fehlendes oder beschädigtes State-JSON soll nicht still als Erfolg gelten.
Abbruch / Stromausfall: Ein unvollständiger Zwischenstand wird beim nächsten Lauf erneut synchronisiert. Ein Archiv vor der Erfolgsmarkierung gilt nicht als bestätigt und wird nicht als Anlass für Bereinigung verwendet. Borg-Checkpoint-Archive sind keine bestätigten Sicherungen.
Wiederherstellung und Notfall
nextcloud-borg-backup list
nextcloud-borg-backup restore "" "Dokumente/Beispiel.pdf" ~/Restore-Test
nextcloud-borg-backup restore nextcloud-2026-10-23_08-45-12 "Dokumente" ~/Restore-Test
nextcloud-borg-backup mount
nextcloud-borg-backup umount
Ziel ist standardmäßig ~/Nextcloud-Restore/<Archivname>, niemals automatisch die produktive Cloud. Wiederhergestellte Dateien prüfen und erst danach gezielt zurückkopieren.
Für ein neues System braucht man Borg 1.x, Repository und die originale Passphrase bzw. den exportierten Schlüssel. Sicherer zusätzlicher Export:
BORG_PASSCOMMAND='cat /sicherer/pfad/passphrase' borg key export /net/thor/volume1/NetBackup/Nextcloud/borg-repo /sicherer/pfad/borg-key.txt
Passphrase und exportierten Schlüssel unabhängig vom NAS und der Workstation sicher verwahren. Keine Zugangsdaten in Git, Logs oder Chat kopieren.
Tests und Installation
make check prüft Bash-Syntax, Python, alle vier systemd-Units und automatisierte Ausfallszenarien. Integrationstests verwenden echtes rclone mit lokalem Test-Remote sowie echtes Borg in temporären Verzeichnissen: Archiv erstellen, Daten prüfen, extrahieren und Bytevergleich. Sie verändern weder echte Cloud noch produktives Repository.
18 Tests prüfen außerdem leere/geschrumpfte Quelle, falsches NAS, fremdes/symlinkendes Staging, Netzfehler in Sync und Check, geänderte Cloud-Inventur, Repository-Austausch, konkurrierende Läufe, Timeout, Zeitrücksprung und Wartungswiederholung. Gleiche Dateigröße und gleicher Zeitstempel bei geändertem Inhalt werden im Integrationstest ausdrücklich abgedeckt.
Der Installer erhält private Konfiguration und Schlüssel, hält vorhandenen Backup-Dienst und Timer gemeinsam an, ersetzt Programme und Units atomar und startet die Timer neu. Der Update-Test prüft die Erhaltung von Konfiguration und Schlüssel sowie den Timer-Stopp. Eine fehlende Passphrase bei vorhandenem Repository führt zum Abbruch. Die Deinstallation stoppt Backup/Timer und entfernt Programme/Units; Daten, Schlüssel, State und Archive bleiben erhalten.
Grenzen
Die Sicherung schützt die durch das konfigurierte Nextcloud-Konto erreichbaren Dateien. Nextcloud-Datenbank, App-Konfiguration, Freigaberechte und serverseitige Versions-/Papierkorb-Metadaten sind kein Bestandteil dieser Datei-Sicherung. Ein vollständiges Nextcloud-Server-Backup bleibt separat erforderlich. Aktuelle Schäden oder Ransomware können als neue Dateiversion übernommen werden; die vierwöchige Historie und Mindestanzahl ersetzen kein unabhängiges unveränderbares Offsite-Backup.
Offizielle Referenzen
- rclone sync: Zielrichtung und Löschverhalten
- rclone check: Hash- und Downloadvergleich
- Borg 1.4 create: Warnungen und Fehler
- Borg check
Einrichtung auf der Workstation am 26.10.2026
Bestehende Konfiguration und Passphrase wurden beibehalten. Die neuen Einstellungen wurden ausdrücklich ergänzt; die vorherige Konfiguration liegt privat unter ~/.config/nextcloud-borg-backup/config.pre-v2-20261026. Beide Timer sind aktiviert. Das vorhandene Linger blieb aktiv. Der Desktop-Mount und dessen Autostart wurden nicht umgebaut.
Für die Erstabnahme wurde der private Zwischenstand aus dem vorhandenen Archiv vom 23.10. vorgefüllt. Der anschließende direkte Cloud-Abgleich und sämtliche Prüfungen bleiben dadurch unverändert erforderlich; ein aus dem Altarchiv gelesener Stand gilt nicht automatisch als aktuelle Sicherung. Der beobachtete aktuelle Cloud-Bestand umfasst 8.218 Dateien mit 38.274.641.627 Bytes.
Erfolgreiche produktive Abnahme
Der vollständige Lauf am 26.10.2026 dauerte von 12:26:38 bis 13:01:15 Uhr MEZ und endete einschließlich Wartung erfolgreich. Verwendet wurden Borg 1.4.5, rclone 1.75.2 und Python 3.14.8.
| Prüfung | Ergebnis |
|---|---|
| Neues Archiv | nextcloud-2026-10-26_12-48-01 |
| Umfang | 8.218 Dateien, 38.274.641.627 Bytes |
| Cloud-Inventur und Zwischenstand | Dateipfade, Größen und Zeiten gleich; alle angebotenen Hashes lokal geprüft, Dateien ohne Hash per Downloadvergleich geprüft |
| Wechselnde WebDAV-Hash-Metadaten | Im erfolgreichen Lauf sechs betroffene Dateien zusätzlich inhaltlich geprüft; keine Datenabweichung |
| Archivvergleich | Dateizahl und Original-Bytezahl entsprechen exakt der Cloud-Inventur |
| Borg-Datenprüfung | check --archives-only --verify-data erfolgreich |
| Repository-Prüfung | check --repository-only erfolgreich |
| Wartung | Prune und Compact erfolgreich; bestehende Archive innerhalb der Aufbewahrung erhalten |
| Wiederherstellungsprobe | Drei Dateien (ODS, PDF, JPG) aus dem neuen NAS-Archiv extrahiert; alle SHA-256-Werte stimmen mit dem geprüften Zwischenstand überein |
| Health | healthy: true, maintenance_pending: false |
| User-Service | Result=success, ExecMainStatus=0 |
| Wiederholungs-Timer | Folgeläufe erkennen den aktuellen Erfolg und überspringen unnötige Übertragungen |
| Alterswächter | Timer aktiviert und Health-Service erfolgreich ausgeführt |
| Automatisierte Tests | 18 erfolgreich, zusätzlich Syntaxprüfung und Verifikation aller vier systemd-Units |
Die Wiederherstellungsprobe ist eine Stichprobe von drei Dateien; die Borg-Datenprüfung erfasst den vollständigen neuen Archivstand. Die extrahierten Proben und deren Hash-Nachweis liegen privat unter ~/.local/state/nextcloud-borg-backup/restore-proof-20261026/ bzw. restore-proof.json. Dateinamen und private Inhalte wurden nicht in Git übernommen.
Nach dieser Abnahme wurde der endgültige Installer nochmals produktiv ausgeführt. Konfiguration und Passphrase blieben erhalten, installierte Programme entsprechen dem Repository. Die eigene rclone-Konfiguration wurde auf Dateirechte 0600 beschränkt. Der Zwischenstand belegt etwa 36 GiB; anschließend waren auf dem Home-Dateisystem noch etwa 124 GiB frei.